Saisonende 2022 bei 20°C

Sternzeit 196.691. Auch in diesem Jahr hat unser SLK nur 4.172km eingesammelt, was weniger mit den hohen Benzinpreisen zu tun hat. Seit Juli ist ein weiterer Stern in den Stall eingezogen und der hatte in letzter Zeit den Vorzug weil doch mehr Fernstrecke anstand. Nun, wie dem auch sei: Die 200.000km-Marke ist für unseren Roadster auch dieses Jahr unerreichbar geblieben. Und auch die neuen Michelin Gummis für die Vorderachse liegen nach wie vor verpackt im Carport. Neu kann man eigentlich nicht mehr dazu sagen, denn dort liegen sie ja nun mittlerweile auch schon bald zwei Jahre. Im Frühjahr werden sie aber definitiv zum Einsatz kommen, denn unser R170 steht im März 23 zur Hauptuntersuchung an. Im März 21 hatte der Dekra-Prüfer festgestellt, daß die Vorderreifen bald verschlissen sein werden. Wenn man unseren Gummiverbrauch früherer Jahre betrachtet, darf man eigentlich auch mal herzhaft lachen. 😂

Angesichts der wenigen Kilometer haben wir uns heute beim Winterfestmachen entschieden, auf die Politur verzichtet und stattdessen an der Waschbox mal Schaumwachs aufzutragen. Zurück auf dem Hof hat sich meine Frau noch etwas besonders einfallen lassen, eher für meine Motivation als für das Auto, und nur zwei Stunden später steht der Silberpfeil geledert, gesaugt, leder- und gummigepflegt bereit für das Winterlager.

Zu berichten gibt es wenig, ich habe mir fest vorgenommen im März die Reifen aufziehen zu lassen und den Roadster dabei gleich spontan der Dekra zur HU vorführen zu lassen. Im Prinzip sollte der SLK das aus dem Stand meistern, aber womöglich wird der fette Steinschlag bemängelt, den ein BMW bei gewagtem Überholmanöver schon letztes Jahr mittig auf der Windschutzscheibe hinterließ. Meines Erachtens nach befindet er sich nicht im Sichtfeld, aber wir werden ja sehen, was der Fachmann dazu sagen wird. Zukunftsmusik, jetzt kommt erstmal die Winterpause.

Heute, wie auch die letzten Tage, war herrliches Herbstwetter bei 20°C und Sonnenschein. Es sind die Tage, an denen man immer wieder mal daran denkt, die Saison bis November zu verlängern. Aber, ach, nöööö…. die 200.000km-Marke kann ruhig noch ein bisschen warten. 😉

Teurer Spätstart für einen Youngtimer.

Sternzeit 192.519. Der Roadster wurde dieses Jahr noch nicht angelassen, auch weil ich ihn regelmäßig mit nur einem kleinen Rest Super im Tank in die Winterpause schicke. Entsprechend ist die erste Handlung nach dem Wiedererwecken ein Besuch an der Tankstelle. Aber während die Nüsse uns den Saisonstart gekostet haben, sind „natürlich“ die Spritpreise explodiert. (Mancher behauptet, dies sei der russischen Intervention in der Ukraine geschuldet. Ich glaube daran nicht, denn bereits im September letzten Jahren wurden massive Preissteigerungen angekündigt. Siehe zum Beispiel: Focus am 04.09.2021 (!!!) Aber, ach ja, der böse Russe ist Schuld. )

Nun, jedenfalls zeigt die Preismarke jetzt gerade ein annehmbares Niveau: 2,199€ für einen Liter Super E5. Mit den 3% Tankrabatt der ADAC Kredikarte ein einigermaßen akzeptabler Preis im Vergleich zu den vergangenen Tagen. Und so entscheiden wir uns spontan um 21:20 Uhr, jetzt den Tank voll zu machen. Saisonstart in der Nacht, bei 2,5°C und mit geschlossenem Dach – das gab es auch noch nicht. Dies Jahr ist irgendwie alles anders. Auto abgedeckt, schnell die Fußmatten reingelegt, Zündung einschalten. Ich lausche gespannt, wie die Systeme hochfahren, und warte noch 20 Sekunden, bis ich den Motor anlasse. Das ist regelmäßig ein spannender Moment, dieses Mal noch mehr, da offenkundig ein Tier im Motorraum überwintert hat.

Das Aggregat startet wie gewohnt, die Drehzahl pendet sich schnell stabil ein. Das ändert sich kurz, als der Wählhebel auf D gestellt wird. Die Motorelektronik regelt kurz hoch, der Roadster schüttelt sich einmal, dann werden stabile 800 Touren angezeigt. Langsam den Fuß von der Bremse nehmen, der Wagen schieb sich langsam aus dem Carport.

Während der Wagen im Scheinwerferlicht der Tankstelle steht und sich der Tank mit flüssigem Gold füllt, schleiche ich um mein Auto, immerhin habe es fünf Monate nicht gesehen. Trotz des Einsatzes einer Poliermaschine zeigen sich überall Spuren des Poliermittels. Die werden mit der ersten Wäsche verschwinden. Ansonsten bin ich einmal mehr fasziniert von meinem R170 – für einen über 20jährigen ist er eine Augenweide. Moment mal… jetzt ist er ja ein Youngtimer!

Das Klacken der Zapfsäule beendet meine schwärmerischen Gedankengänge abrupt. Die Anzeige zeigt 45,48 Liter Super für stolze 100,01 Euro.

Der Sommer 2022 kann jetzt kommen, aber vermutlich werden wir angesichts der hohen Treibstoffkosten dieses Jahr noch weniger Kilometer aufspielen als letztes Jahr – vielleicht braucht es die neuen Gummis für die Vorderräder, die seit 15 Monaten eingelagert sind, gar erst im Jahr 2023 😂 Allen Roadsterfreunden wünschen wir jetzt jedenfalls eine pannen- und unfallfreie Saison 2022!

Saisonstart 2022 – Voll auf die Nüsse!

Sternzeit 192.519. Endlich zeigt der Kalender den ersten März, wir haben einen weiteren Winter überlebt. Es ist kalt, aber es herrscht Kaiserwetter, ideale Bedingungen um den Roadster aus dem Winterschlaf zu wecken. Erste Handlung: Das Batterie-Erhaltungsgerät abklemmen. Motorhaube auf, das Display des Gerätes leuchtet mir in blau mit der Anzeig „FULL“ entgegen. Hm… da ist Sand auf dem Motorblock, ein Tier war im Motorraum. Mein Blick wandert durch die Technik und es verschlägt mir beinahe den Atem. Der ganze Motorraum ist mit Walnüssen bestückt. Wo man hinschaut, es liegen überall geknackte Nußschalen und ganze Nüsse und natürlich überall Dreck, der beim Knacken und Fressen von Walnüssen entsteht.

Ich fluche und beginne, die Nüsse aus dem Motorraum zu fischen. Nach 10 Minuten hole ich mein Weib, die kommt mit ihren schmalen Händen sicher besser in die Spalten, die ich nicht erreiche. Nun arbeiten wir zu zweit, unter die Sicherungskästen kommt aber keiner von uns beiden. Ich komme zufällig mit den Fingern in den Lüfterkasten hinter dem Kühler. Fickersapperlot, der Kasten ist bis obenhin voll mit Nüssen! Motor starten ist unter diesen Bedingungen sicher keine gute Idee – es sind ganze, feuchte, schwere Nüsse dabei, der Ventilator könnte Schaden nehmen, wenn man ihn in Betrieb nimmt.

Tief in den Motorraum gebeugt versuche ich immer wieder, mit zwei Fingern zwischen den Rotorblättern des Ventilators Nüsse zu erwischen. Immer wieder rutschen mir die runden Teile aus den Fingerspitzen. Wir arbeiten schon über eine Stunde, ich bin jetzt wirklich stinkesauer! Nach 90 Minuten gebe ich erschöpft auf. Das ist die Beute:

Geborgene Walnüsse des ersten Tages

Beute des ersten Tages

Im Ventilatorkasten sind aber immernoch bestimmt 1kg Walnüsse. Jetzt braucht es eine gute Idee. Den Kühler abzubauen ist eine davon. Ein Freund bietet mir seinen Industriesauger an, der zieht mächtig und holt sicher auch die Nüsse aus dem Kasten. Zwei Tage später steht der Sauger neben dem Auto, es geht in die zweite Runde. Tatsächlich zieht der Sauger problemlos die Nüsse aus dem Ventilator – nur dummerweise ist der Schlauch gerade so dimensioniert, daß die Nüsse nach wenigen Zentimetern stecken bleiben, den Schlauch verstopfen und entsprechend die Saugkraft senken. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als nach jeder eingesaugten Nuss den Sauger auszuschalten, den Schlauch abzumontieren, ihn auf einen Besenstiel zu ziehen und so die Saugkraft wiederherzustellen. So vergehen weitere 90 Minuten mit der Einzelbergung von Nüssen aus dem Ventilatorkasten.

Zu guter Letzt biege ich mir noch einen stabilen Draht zu einem Löffelwerkzeug und mit der Kombination aus diesem Löffel in der rechten und dem Saugerschauch in der linken Hand gelingt es mir, auch die Nüsse unter den Sicherungskästen nach und nach zu entfernen. Natürlich nicht, ohne immer wieder den Schlauch von den Nüssen leeren zu müssen.

Vier Stunden lang habe ich Nüsse aus dem Motorraum des SLK geborgen, zum Teil mit Unterstützung meines Weibes, sodaß wir sicher gemeinsam auf fünf Stunden kommen, verteilt über zwei Tage. Dieser „Saisonstart“ fiel aus und das geht mir richtig auf die Nüsse.

Saisonende 2021

Sternzeit 192.519. Als ich eben nach dem Kilometerstand bei Saisonanfang geschaut habe, habe ich nicht schlecht gestaunt: Unfaßbare 2.872 km hat der Roadster dieses Jahr zurück gelegt. Entsprechend ist auch nur ein etwas weiterer Trip am Wochenende der Sommersonnenwende in Erinnerung geblieben. Bei 38°C ging es über die Elbe.

Mangels Kilometer gibt es für das Roadsterlog im Prinzip nichts zu berichten außer vielleicht, daß die neuen Vorderreifen noch immer eingemottet sind und auf ihren Einsatz warten. Das mag im kommenden Frühjahr geschehen. Bei dem kurzem Boxenstopp könnte dann auch gleich der Lenkungsdämpfer rechts nebst Spurvermessung erledigt werden. Nun, wir werden sehen. 2.872km. Unfaßbar.

Die abgelehnte Verkehrskontrolle.

Herbstabends, 22:20 Uhr. Wir haben gerade eine Gaststätte verlassen, das Dach geöffnet und sind 50m gefahren, um eine Einbiegung zum Wenden zu nutzen. Von links nähert sich auf der Vorfahrtsstraße ein Bulli, zündet beim Näherkommen zwei blaue Lichter auf dem Dach und hält schräg in der Einmündung etwas seitlich vor uns an. Zwei dunkel gekleidete Gestalten, ein sehr junger und ein etwas älterer Mann, steigen aus dem Fahrzeug und kommen auf den Roadster zu.

*Ich übernehme die Initiative, freundlich aber bestimmt*
Guten Abend. Wer sind sie?

*Der Junge lässt sich ein*
POLIZEI.
Das sehe ich, ich kann lesen. Ich fragte wer Sie sind.
Sie machen erstmal den Motor aus.
Der Motor bleibt an, er wurde gerade erst gestartet und bleibt an.
Sie machen den Motor aus.
Der Motor bleibt an. Ich habe gefragt, wer sie sind.

*Der Junge zeigt auf sein Namensschildchen an der Brust*
Sie wollen sich doch sicher legitimieren und sich erstmal ausweisen.

*Der Junge weist sich mit seinem Dienstausweis aus*
Ihren Personalausweis bitte. Dienstausweis ist nur in Verbindung mit gültigem Personalausweis gültig.
Das ist nicht ihr Ernst.
Doch, das ist mein voller Ernst.

*Entsetztes Gesicht beim Jungen, der Ältere mischt sich jetzt ein*
Sie machen jetzt den Motor aus. Wir haben Anweisung von unserem Dienstherren, das Motoren auszumachen sind weil Polizisten in letzter Zeit häufig angefahren werden, wenn sie das Licht kontrollieren.
Das ist ihr Dienstherr, nicht meiner.

*Der Ältere spricht jetzt mein Weib auf dem Beifahrersitz an*
Sagen Sie ihrem Begleiter, er soll den Motor abstellen.
Das ist mein Mann. Der Motor wurde gerade erst gestartet und bleibt an.

*Der Ältere bellt mich an*
Sie machen den Motor aus!
Ich stelle das Getriebe auf P und ziehe die Handbremse, sehen Sie?

*Jungscher übernimmt wieder, der Ältere geht hinter den Roadster*
Wir machen jetzt eine Verkehrskontrolle.
Verkehrskontrolle findet sich nicht im SOG¹. Auf welcher Rechtsgrundlage wollen Sie bitte eine Verkehrskontrolle durchführen?
Äähm… Verkehrsgesetz.
Sie meinen sicher Straßenverkehrsordnung?
Ääähm….
Sie wollten mir noch ihren Personalausweis zeigen.

*Der Ältere kehrt zurück und sagt zum Jüngeren*
Funkruf! Wir haben eine randalierende Person.

*Dann wendet der Ältere sich zu mir*
Sie haben Glück, wir haben eine randalierende Person.
Nein, Sie haben Glück gehabt.
Sonst haben wir keine solchen Problem mit Ihrer Klientel.
Ich gehöre nicht zu Ihrer Klientel, schönen Abend noch.

Die Bediensteten der POLIZEI® flüchten.

Dreimal Motor aus verweigert, Verkehrskontrolle abgelehnt.

Keine fünf Minuten. Der Wirt Roland und mein Weib sind Zeugen. PS: Ich besitze keinerlei Ausweis und führe auch keine Person mit mir.

¹ SOG = Sicherheits- und Ordnungsgesetz Mecklenburg-Vorpommern

Saisonstart 2021

Sternzeit 189.674: Wie an diesem Kilometerstand leicht abzulesen ist, hat der SLK gerade mal 8.070 Kilometer in den vergangenen 869 Tagen zurückgelegt. Ja, in diesen Zeiten gibt es wahrlich Wichtigeres als hedonistischem Vergnügen zu fröhnen und entsprechend ist der Roadster vom Hobby zum (selten genutzten) Fortbewegungsmittel verkommen. Da er nicht mehr der Jüngste ist – immerhin ist er schon 20 Jahre alt – kam es dabei doch zu einigen wenigen Vorfällen, die durchaus einen Eintrag im Roadsterlog verdienen. Asche auf mein Haupt. Das will ich nun gerne nachholen.

August 2019, ein herrlich heißer Sommertag, parkend in einer Seitenstraße der Rostocker Innenstadt. Mitten im Dachöffnungsvorgang gibt es seltsames Geräusch, dann bleibt das Variodach auf halbem Weg stecken. Die Dachhydraulik versagt den Dienst. Katastrophe. Mit Hilfe des Bordbuches lässt sich das Dach manuell schließen und verriegeln, die hinteren kleinen Seitenscheiben bleiben unten. Der erste Vorfall mit dem Stahlklappdach in 10 Jahren. Daheim angekommen, Schadensanalyse. Im Kofferraum rechts sifft Hydrauliköl aus der Verkleidung. Nach dem Entfernen der Abdeckung wird schnell klar, daß der Schaden nicht groß ist: Bei dem Anschluss einer Hydraulikleitung hat sich die Kontermutter gelöst. Das Auffüllen des Hydrauliköls mittels einer Spritze ist Fummelarbeit und nervtötend; letzteres jedenfalls, wenn man nicht bedenkt, daß der Füllstand nach dem ersten Öffnungsvorgang nochmals angepasst werden muss, weil das System Öl zieht. Schlimmer als der Schreck und die Fummelarbeit ist bei diesem Vorfall die Siffe im Kofferraum.

Im Juni 2020 macht der Roadster seine größte Tour im vergangenen Zeitraum und quert die Elbe. Auf dem Heimweg regnet es in Strömen, zwei Stunden lang ohne Unterlass und als wir nach 16 Stunden endlich wieder daheim sind, ist es längst finstere Nacht. Müde und unkonzentriert setzte ich den SLK rückwärts in den Carport. Erst gibt es fürchterliches Geräusch, dann einen Ruck. Mein Weib, das aus Platzgründen vor dem Einparken aussteigen muss, hüpft entsetzt und hektisch winkend vor der dem Wagen herum. Ich bin einen Tick zu weit links geraten, die unterste linke Kante der Frontschürze bleibt am am Balkenschuh des Mittelpfostens hängen, die Frontschürze zieht es seitlich raus. Als ich den Schaden betrachte, ist mir nach heulen zumute. 110.000 Kilometer unfallfrei und dann so eine Unachtsamkeit. Das war wirklich unnötig. Den Schaden am nächsten Tage bei Tageslicht betrachtet: Das Plastik der Frontschürze ist unten gerissen, drei Nieten hat’s geschreddert. Mit sanfter Gewalt lässt sich die Schürze wieder einigermaßen in Position bringen, die Spaltmaße passen natürlich nicht mehr, insbesondere vor dem linken Scheinwerfer klafft ein – für mein subjektives Empfinden unerträglich großer – Spalt. Irgendwann lass ich das richten. Bis dahin wird die Frontschürze dann und wann bei Bedarf wieder in Position gedrückt. Ja, es gibt derzeit Wichtigeres als Autos, selbst wichtiger als der Roadster.

Kurze Zeit darauf ertönt ein Piepton beim Starten. Der Roadster meldet, er müsse zum Service. Es ist doch noch gar nicht lange her, als ich die Service-Intervallanzeige geprüft und 13.000 Kilometer Restlaufzeit angezeigt bekommen habe!? Mercedes-Benz stellt das gewitzt an: Wenn man nicht genügend Kilometer in einem bestimmten Zeitraum zurücklegt, werden nicht mehr die Kilometer sondern die verstrichene Zeit für den Service heran gezogen. Das sehe ich nicht ein und so ertönt für den Rest der Saison ein Piepton beim Anlassen, um mich daran zu erinnern, daß mein Auto jetzt dringend Service braucht. Freilich könnte ich die Intervallanzeige selbst zurück setzen, aber dann laufe ich Gefahr, ihn tatsächlich zu vergessen und das will ich auch nicht.

Apropos vergessen: Beim Winterfestmachen Ende Oktober 2020 fällt der Blick beim Polieren des Heckdeckels zufällig auf das HU-Siegel. TÜV abgelaufen, die Hauptuntersuchung wäre im April fällig gewesen. Früher wäre mir das nicht passiert.

Und wo wir gerade vom Winterfestmachen sprechen: Für die Jahresendpolitur habe ich mir eine gebrauchte Poliermaschine geschossen. Damit ist die bisherige Quälerei Saisonende ratzfatz erledigt. Kehrseite und Wermutstropfen dabei ist, daß der Lack nun so glänzt, daß eine minimale Delle auf dem Heckdeckel neben dem Stern ins Auge fällt. Man sieht sie nur bei bestimmten Lichteinfallswinkel, aber wie das so ist, wenn man derlei entdeckt: Man kann den Blick nicht mehr von diesem Makel wenden, er springt einem buchstäblich permanent ins Auge. Es ist unerklärlich, wie eine solche Delle an dieser Stelle entstanden sein kann, und während der Geist krampfhaft nach Erklärungen sucht, flucht der Kerl in sich hinein. Delle am Heckdeckel, Frontschürze links und auch die Schmarre neben dem linken Radlauf ist seit Jahren unerledigt. Irgendwann, als Gesamtpaket, vielleicht… im Moment gibt es Wichtigeres als Autos.

Der Saisonstart 2021 kommt entsprechend spät. Die fällige HU im Hinterkopf melde ich den Roadster am 9. März in der Werkstatt meines Vertrauens an, Termin 16. März. Bis dahin bleibt der SLK im Winterschlaf. Zur Werkstatt fährt ihn mein Weib, sodaß sich mein Saisonstart auf das Abklemmen des Batterieerhaltungsgeräts und das Ausparken aus dem Carport beschränkt. Kurze Drehzahlschwankung nach dem Anlassen, wie ein verschlafenes Gähnen nach vier Monate langem Winterschlaf, dann schnurrt das Kätzchen.

Die HU verläuft erwartungsgemäß: Nichts zu beanstanden, aber 16,80 Euro Verzugszinsen für ein Jahr Verzögerung bei der Dekra-Zwangsabgabe. Den Hinweis auf die in Kürze verschlissenen Reifen der Vorderachse kann sich der Dekra-Prüfer nicht ersparen. „Leben und leben lassen“ denke ich mir, als mir beim Abholen ein saftiges Angebot für zwei frische Pneus präsentiert werden: „Michelin PS2 gibt es nicht mehr, da nehmen wir PS4“. Zweimal Sommerreifen Michelin PS4 225/40 R18 92Y für 304 Euro. Die PS2 auf der Hinterachse sind im Prinzip noch neuwertig, Mischbereifung ist aus meinen Augen ein Unding und nicht zuletzt ist der Mensch ein Gewohnheitstier. Zuhause also flugs die Suchmaschine bedient und zwei Michelin PS2 (die, die es laut Werkstatt nicht mehr gibt) für insgesamt 208 Euro inklusive Versand geschossen. Die lasse ich irgendwann im Frühsommer aufziehen und wenn der Roadster schon mal in der Werkstatt ist, dann lassen wir auch gleich den Lenkungsdämpfer rechts tauschen. Nichts Kritisches aber wie man hört, hat er begonnen, leicht zu ölen.

Kassensturz: Dekra-HU 148 Eus, Service 200 Eus, zwei Reifen 208 Eus. Dazu ein Angebot für den Lenkungsdämpfer 110 Eus, dazu die obligatorische Achsvermessung 95 Eus, Reifenaufziehen 25 Eus. Oh, und ein neues Verbandszeug für 10 Euro, weil das Verfallsdatum überschritten war. Summasummarum 796 Euro. Stolze Summe für ein Fahrzeug, das zunehmend zum Stehzeug wird. Es gibt Wichtigeres als Autos, Teureres existiert in meinem aktuellen Lebensumfeld derzeit nicht.

Saisonende 2018

Sternzeit 181.604: Wie anhand der letzten Kilometerstände leicht ersichtlich wird, ist unser Hobby Roadster in den Hintergrund getreten. Auch diese Saison durfte er – trotz oder wegen des grandiosen Sommers – nur selten auf die Straße, ganz einfach deswegen, weil wir keine Veranlassung hatten, ein Auto zu benutzen. Hängematte statt fahrender Sonnenstuhl war angesagt.

Die HU im April ging relativ schmerzfrei von statten nachdem das Differential zwei neue Simmerringe spendiert bekam. Ein Ärgernis bei der Voruntersuchung: Im hinteren rechten Reifen steckte ein dicker Stahlbolzen. Ich rechnete bereits mit einem neuen Gummi, aber die Werkstatt sicherte mir zu, den Schaden so reparieren zu können, dass ich keine Befürchtungen bei der Weiterverwendung des Reifens haben müsse. Die wenigen Kilometer, die wir in der Folge zurücklegten, haben wir tatsächlich ohne Rücksicht darauf absolviert. Schließlich quittierte die Batterie dann im Juli ihren Dienst. Nach sieben Jahren, vier davon in den rauen klimatischen Winterbedingungen des Erzgebirges, war es wohl einfach an der Zeit für einen neuen Akku.

Heute nun haben wir bei schönstem Herbstwetter die Standard-Winterpausen-Prozedur durchgezogen. In drei Stunden waren mit Waschen, Saugen, Lackpolitur, Leder-, Kunststoff- und Gummipflege alle Arbeiten abgeschlossen. Und da unser SLK im November 18 Jahre alt wird, haben wir den obligatorischen Picolo auch auf seine Volljährigkeit genossen: Auf die nächsten 18 Jahre!

Saisonstart 2018

Sternzeit 175.921: Der letzte Schnee ist endlich weg, die Straßen trocken, die Sonne lacht und das Thermometer zeigt 11°C. So spät wie in diesem März waren wir noch nie dran. Gestern nochmal flugs die Batterie geladen und als ich vorhin den Zündschlüssel umdrehe startet der Roadster ohne Murren – wie stets nach der Winterpause. Jetzt schnell die Fußmatten und das Verbandszeug rein, das Windschott montieren und es kann losgehen. Der Tank ist fast leer, der erste Weg führt also wie gewohnt an die Tankstelle. Erstmal Reifendruck kontrollieren: Dreimal 1,6 bar und einmal 1,5 bar, das ist zu wenig. 1,9 bar sollen es sein. 44,5 Liter Sprit für 1,30€ eingefüllt. Fertig für eine kleine Tour. 80km später kommen wir grinsend und mit einem leichten Sonnenbrand wieder zuhause an. Das Baby schnurrt einwandfrei und der nächste Service Assyst ist auch noch 10.800 km entfernt. Trotzdem wird der Rodaster demnächst die Werkstatt besuchen müssen. Die HU ist im April 2018 fällig und das Differential hinten ist nun schon so ölfeucht, dass wohl oder übel die Dichtung ersetzt werden muss, damit der SLK eine neue Plakette bekommt. Nach 18 Jahren hat er sich die Dichtung redlich verdient und ein Schmiermittelwechsel dürfte auch gut sein. Kostenpunkt rund 270 Euro mit Material und Arbeit. So sei es. Stay tuned.

Saisonende 2016

Sternzeit 171.636: Nach einem durchgehend grauen, feuchten Oktober kam heute tatsächlich die Sonne raus und gab uns die Gelegenheit zu einer letzten Tour, die wirklich klein ausfiel – weil der heutige Sonntag dank Winterzeit-Umstellung kurz genug werden sollte. Der Roadster steht jetzt geschniegelt und die gestriegelt in seiner Winterschlafposition – nach der siebten Saison sitzt die Wintervorbereitungs-Prozedur bei meiner Frau und mir wie im Schlaf: Nach nur 90 Minuten steht das Auto fix und fertig abgedeckt im Carport.

170tkm im August Wir gönnen uns den obligatorischen Piccolo auf eine erneut unfall- und pannenfreie Saison. Mit nur 4.500 km ist die sehr spärlich ausgefallen. Das hat aber auch einen Vorteil: Die Reifen, die bei der HU im April als „demnächst verschlissen“ vermerkt wurden, haben bis heute ausgereicht. Nun kann ich die Gummis azyklisch und somit hoffentlich günstig im Winter einkaufen. Den linken Kotflügel mit Kratzer und Steinschlägen ist vielleicht im Frühjahr dran. Zudem hat der Felgenkopf vorne rechts eine 3cm lange Schmarre eingesammelt, die physikalisch eigentlich unerklärlich ist. Aber so gibt es wenigstens heute schon genügend Inhalte für das Roadsterlog des kommenden Jahres 🙂 Stay tuned…

Spontan die HU gemeistert

Sternzeit 167.125: Nach dem Kälteeinbruch der letzten Tage passt heute das Wetter und ich entscheide daher, spontan zur Dekra zu fahren um die HU/AU durchführen zu lassen. Der SLK war zwar vor 9 Tagen wegen des ESP in der MB-Werkstatt, auf der Bühne hatte ihn aber niemand. Aber ich kenne schließlich mein Auto und bin deshalb voll überzeugt, dass es bestens gewartet ist. Und nachdem nun auch das ESP wieder einwandfrei arbeitet spricht nichts gegen eine spontane Hauptuntersuchung.

Tatsächlich ergeben sich heute keinerlei Beanstandungen. Bisschen Ölfeuchte am Differential ist ja typisch für heckgetriebene Mercedes. Nur für die chronisch verschlissenen Hinterreifen lässt der Prüfer es sich jedoch nicht nehmen mir den Hinweis „Reifen 2. Achse in Kürze verschlissen“ auf den Prüfbericht zu vermerken. Na, mir soll es recht sein, wenn er sonst schon nichts findet 😉 Ernsthaft: Mein SLK R170 ist technisch in absolut einwandfreien Zustand. Der Roadster ist nun bald 16 Jahre alt aber ich kann spontan damit bei der Dekra vorfahren und bekomme eine Plakette für die nächsten zwei Jahre. Nächster Termin: April 2018.

Jetzt müsste nur noch der Kratzer am linken Kotflügel gemacht werden und schon wäre der Sammlerzustand wieder hergestellt. Aber das eilt gerade nicht wirklich und bis zum nächsten Service (Assyst A) sind es auch noch 3000km.